Mehr Arbeit für weniger KrankenwagenNeuer Bedarfsplan: Vertrag mit den Johannitern gekündigt - Feuerwachen-Fahrzeug soll im gesamten Südkreis fahren
Altena. Wer auf Krankentransporte angewiesen ist, muss künftig länger warten: Der Vertrag mit den Johannitern ist gekündigt. Der Krankenwagen der Feuerwache soll ab Januar zusätzlich den Südkreis versorgen. Der neue Rettungsdienst-Bedarfsplan des Märkischen Kreises beschert Altena Personallücken in der Feuerwache und Probleme im Rettungsdienst.
Wenn der Altenaer Rettungswagen (RTW) unterwegs ist, kann die Wache bisher auf zwei über Norm ausgestattete Krankentransportwagen (KTWs) zurückgreifen. Künftig rollt die Verstärkung wohl aus den umliegenden Städten. "Selbst wenn der Unfall direkt vor der Feuerwache passiert", malt Bürgermeister Hollstein schwarz. SPD-Fraktionschef Lutz Vormann bezweifelt, dass die Helfer in den geforderten zehn Minuten am Notfallort sein könnten.
Bisher teilten sich in Altena Feuerwehr und Johanniter den Krankentransport: In der Feuerwache standen jeweils ein Rettungs- und ein Krankentransportwagen. Die Johanniter stellten tagsüber einen zweiten KTW. Der RTW rückte im vergangenen Jahr 1205-mal aus, bilanziert Feuerwachen-Leiter Udo Winter. Die beiden Krankenwagen absolvierten 1850 Einsätze.
An manchen Tagen fahre der Feuerwachen-KTW ein einziges Mal raus, bilanziert Feuerwachen-Chef Udo Winter. Dafür rolle der wagen an anderen Tagen durchgehend acht Stunden. Die Johanniter sind zufrieden: Ohne Reinigungs- und Vorbereitungszeit sei der Wagen 50 bis 60 % der Zeit auf Achse.
Das Ordnungsamt des Märkischen Kreises hat die Einsatzzahlen im Kreis mit Hilfe eines Gutachters ausgewertet: Im Kreis könnten, so Abteilungsleiter Guido Thal, 453 KTW- und 26 RTW-Stunden eingespart werden. Statt 18 KTWs reichten elf - mit veränderten Einsatzzeiten und -räumen. Die Zahl der RTWs soll sogar von 16 auf 17 steigen.Bericht: Christof Hüls